
„Creating a culture of performance“ – die Performancekultur ist eine der fünf zentralen strategischen Prioritäten unseres Konzerns.
Petra Scharner-Wolff, CEO OttoGroup
Da bewegt sich gerade etwas …
Wer derzeit die Aussagen großer Unternehmen verfolgt, erkennt einen bemerkenswerten Wandel. Noch vor wenigen Jahren dominierten Begriffe wie New Work, Employee Experience, Empowerment und Psychologische Sicherheit die Diskussion über moderne Organisationen. Heute rücken Unternehmen wie SAP, Otto, Siemens, oder Mercedes-Benz Themen wie Performance Culture, Accountability, Geschwindigkeit und Umsetzungskraft wieder in den Mittelpunkt.
Ist das die Rückkehr zur Leistungskultur der 2000er Jahre? Wir sagen: Nein.
Was wir derzeit beobachten ist keine Renaissance alter Führungsprinzipien, sondern die Entstehung eines neuen Führungsverständnisses. Sein entscheidender Treiber ist nicht die Konjunktur, sondern die Künstliche Intelligenz. Denn KI verändert nicht nur Prozesse oder Geschäftsmodelle. Sie verändert die Anforderungen an Führung, Organisation und Unternehmenskultur. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern ob ihre Organisation überhaupt in der Lage ist, das Potenzial dieser Technologie zu nutzen. Oder anders formuliert:
Wie schaffen wir eine Kultur, die gleichzeitig attraktiv, leistungsfähig und KI-fit ist?
Für dieses neue Phänomen verwenden wir bewusst den Begriff LeistungsKultur (PerformanceCulture).
LeistungsKultur beschreibt eine Unternehmenskultur, die Vertrauen, Eigenverantwortung und psychologische Sicherheit nicht ersetzt, sondern um neue Dimensionen ergänzt: Produktivität, Verantwortung und den wirksamen Einsatz von KI. Dass diese Entwicklung bereits begonnen hat, zeigt sich exemplarisch bei SAP. Im aktuellen CEO-Brief werden KI, Produktivität, Upskilling und Performance Culture unmittelbar miteinander verknüpft (Integrated Report 2025). Die Botschaft ist eindeutig: KI verändert die Art, wie gearbeitet wird - und wir müssen evaluieren, ob wir auf diese veränderte Arbeitswelt vorbereitet sind.
Damit verändert sich auch die Rolle der Unternehmenskultur selbst. Lange Zeit bestand ihre wichtigste Aufgabe darin, Identifikation zu schaffen, Zusammenarbeit zu fördern und Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Heute muss sie zusätzlich Lernen beschleunigen, Verantwortung stärken, Entscheidungen erleichtern und einen messbaren Beitrag zur Leistungsfähigkeit von Organisationen leisten. LeistungsKultur ist deshalb keine Rückkehr zu alten Führungsmodellen. Sie ist die nächste Entwicklungsstufe moderner Unternehmenskultur.
Genau diese Entwicklung beobachten wir längst nicht mehr nur in DAX-Unternehmen. Auch im Mittelstand, im öffentlichen Sektor und in unserer branchenübergreifenden Transformationswerkstatt zeigt sich ein ähnliches Bild. Die vergangenen Jahre waren geprägt von Kulturentwicklung. Vertrauen, Beteiligung, New Work und psychologische Sicherheit wurden bewusst gestärkt – und das war richtig. Heute beginnt jedoch eine zweite Entwicklungsphase. Unternehmen stellen sich zunehmend die Frage, wie sich diese kulturellen Stärken mit höherer Umsetzungskraft, klarer Verantwortung und größerer Veränderungsgeschwindigkeit verbinden lassen.
Es geht NICHT um Kultur ODER Leistung
Genau an diesem Punkt wird die aktuelle Debatte häufig missverstanden. Es geht nicht um eine Entscheidung zwischen Kultur und Leistung. Erfolgreiche Unternehmen verbinden beides. Sie schaffen eine Unternehmenskultur, die Vertrauen ermöglicht und gleichzeitig Verantwortung stärkt. Sie formulieren klare Erwartungen, machen Leistung transparent und beschleunigen Entscheidungen. Der entscheidende Unterschied zur Vergangenheit lautet dabei: Nicht Kontrolle schafft heute Leistung, sondern Transparenz.
Und genau hier verändert KI die Spielregeln. Sie macht Wissensflüsse, Entscheidungen, Zusammenarbeit und Produktivität erstmals in einer Qualität sichtbar, die bisher kaum möglich war. Führung erhält dadurch neue Möglichkeiten Orientierung zu geben, Entwicklung zu begleiten und Leistung wirksam zu unterstützen.
Doch wie entsteht LeistungsKultur in der Praxis?
Unsere Erfahrung aus Transformationsprojekten zeigt: Nicht einzelne Kulturprogramme entscheiden über den Erfolg einer Transformation. LeistungsKultur entsteht dort, wo drei Gestaltungsfelder konsequent zusammenspielen: Führung, Organisation und passende Instrumente. Dieses Zusammenspiel beschreiben wir als das Leadership Triangle der LeistungsKultur.
1. Führung ändert sich, bleibt aber der entscheidende Hebel
Der wichtigste Erfolgsfaktor der Transformation LeistungsKultur bleibt die Führung. Führungskräfte müssen unbedingt auf ihre Rolle im Rahmen KI und Leistungskultur vorbereitet werden. Dies ist vielfach nicht ausreichend der Fall – dies zeigt unsere branchenübergreifende Transformationswerkstatt. Über alle erhobenen Benchmarks hinweg erhielt eine Aussage die niedrigste Bewertung: „Unsere Führungskräfte werden systematisch auf ihre Rolle im KI-Zeitalter vorbereitet. Dabei verändert sich gerade diese Rolle grundlegend. Führung bedeutet künftig weit mehr, als Ziele zu vereinbaren oder Ergebnisse zu kontrollieren. Sie gibt Orientierung, formuliert klare Erwartungen, schafft Leitplanken für den produktiven Einsatz von KI und fördert kontinuierliches Feedback. Gleichzeitig wird sie selbst zum Vorbild im reflektierten und wirksamen Einsatz neuer Technologien. Je intelligenter Technologien werden, desto wichtiger wird gute Führung.

2. Organisation schafft die Voraussetzungen
Führung allein genügt jedoch nicht. KI entfaltet ihren Nutzen nur dort, wo Organisationen schnelle Entscheidungen ermöglichen, Verantwortlichkeiten klar regeln und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI bewusst gestalten. Deshalb überprüfen viele Unternehmen derzeit ihre Entscheidungsprozesse, Rollenmodelle, Governance-Strukturen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Organisation wird damit selbst zum Produktivitätshebel.
3. Instrumente machen Leistung sichtbar
Schließlich braucht LeistungsKultur Instrumente, die Leistung unterstützen, statt zusätzliche Bürokratie zu erzeugen. Flexible Zielsysteme, kontinuierliche Feedbackprozesse, transparente Leistungsindikatoren und KI-gestützte Steuerungsinstrumente schaffen Orientierung und fördern kontinuierliche Entwicklung. Unsere aktuellen Projekte zeigen, faire leistungsgerechte Bezahlung liegt (wieder) im Trend. Gerade hier verändert KI das Leistungsmanagement grundlegend. Sie erkennt Muster, schafft Transparenz, unterstützt Führungskräfte bei Feedback und Zielverfolgung und reduziert administrativen Aufwand. Dadurch entstehen Freiräume für das, was Führungkünftig am meisten leisten muss: Menschen befähigen, Entscheidungen ermöglichen und Zusammenarbeit gestalten.

LeistungsKultur entsteht dort, wo Führung, Organisation und Instrumente gemeinsam weiterentwickelt werden – mit dem Menschen im Mittelpunkt und KI als Enabler für Transparenz, Lernen und Leistung
Vor zehn Jahren war Unternehmenskultur vor allem ein Wettbewerbsfaktor im "War for Talents". In den kommenden zehn Jahren wird sie zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Produktivität, Innovationsfähigkeit und erfolgreiche KI-Transformation. Die eigentliche Managementfrage lautet deshalb nicht mehr: Brauchen wir mehr Leistung oder mehr Kultur?
Sondern: Wie gestalten wir eine LeistungsKultur, die Führung, Organisation und KI gemeinsam weiterentwickelt?
Unser Fazit lautet daher:
LeistungsKultur ist kein neues Kulturprogramm. Sie ist das neue Betriebssystem erfolgreicher Unternehmen und beschreibt ein Führungsverständnis, das Vertrauen und Transparenz, Leistung und Lernen sowie Mensch und KI miteinander verbindet. Und genau darin liegt aus unserer Sicht der entscheidende Wettbewerbsvorteil der kommenden Jahre.
Die Erkenntnis allein verändert leider noch keine Organisation. Entscheidend ist, den richtigen Einstieg zu finden. Unsere Erfahrung aus zahlreichen Transformationsprojekten zeigt: Unternehmen stehen an ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten. Es macht Sinn, diesen individuellen Ausgangspunkt zunächst zu verstehen, ehe Pläne für Veränderung geschmiedet werden. Beispiel: Eine KI-Gießkannenschulung (Trainer) der Führungskräfte wird möglicherweise nicht nachhaltig sein, weil sie kulturelle Reife und Ausgangslage des einzelnen Hauses ausblenden. Wir setzen hier ausschließlich auf maßgeschneiderte Formate.
Deshalb haben wir vier Formate entwickelt, die Unternehmen je nach Reifegrad gezielt unterstützen.
Wie gehen andere Unternehmen mit den Herausforderungen von KI, Führung und Unternehmenskultur um? Unsere branchenübergreifende Transformationswerkstatt bietet einen fundierten Überblick über aktuelle Benchmarks, bewährte Vorgehensweisen und konkrete Praxiserfahrungen. Sie richtet sich an Führungskräfte, die in effizienter Form voneinander lernen und ihre eigene Organisation besser einordnen möchten.
Was dich erwartet:
✔ Benchmarks aus unterschiedlichsten Branchen
✔ Praxiserprobte Werkzeuge und Methoden
✔ Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe
✔ Konkrete Umsetzungsschritte für dein Unternehmen
Die perfekte Lösung für schnelles Lernen!
Unser nächster Starttermin ist der 17./18. September 2026 in Hamburg.
👉 Mehr Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du auf unserer Website.
Wo steht deine Organisation heute? Unser digitaler KI-Readiness-Check liefert innerhalb kurzer Zeit eine fundierte Standortbestimmung. Er macht Stärken und Entwicklungsfelder sichtbar und zeigt auf, welche Handlungsfelder für Führung, Organisation und Kultur priorisiert werden sollten. Der Check eignet sich besonders als Grundlage für strategische Entscheidungen oder die Vorbereitung eines Management-Workshops.
Wie verändert KI Führung, Zusammenarbeit und Leistung? In einem kompakten eintägigen Strategieworkshop entwickelt das Managementteam ein gemeinsames Verständnis der Veränderungen und erarbeitet konkrete Handlungsfelder sowie eine Roadmap für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer neuen LeistungsKultur – praxisnah und direkt umsetzbar.
Wenn die Richtung klar ist, beginnt die eigentliche Transformation. Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Transformationskonzept, das Strategie, Führung, Organisation und Unternehmenskultur systematisch mit einander verbindet. So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht bei einzelnen Pilotprojekten stehen bleibt, sondern die Organisation nachhaltig weiter entwickelt.
Jedes Unternehmen startet an einem anderen Punkt. Du möchtest herausfinden, welcher Ansatz für deine Organisation der richtige ist? Dann kontaktiere uns gerne – wir freuen uns auf den Austausch.
Dr. Felix Kratz (Partner)
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Sara Johansson (Partnerin)
sara.johansson@baumgartnerco.de
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